Ich erinnere mich noch gut an ein Meeting vor vielen Jahren. Ein junger, hoch motivierter Kollege präsentierte stolz, wie er den wöchentlichen Vertriebsreport von drei Stunden auf zwei Stunden Arbeitszeit „optimiert“ hatte. Er erwartete Applaus. Stattdessen fragte der Geschäftsführer leise in die Runde: „Entschuldigung, aber liest diesen Report eigentlich irgendjemand?“
Betretenes Schweigen.
In diesem Moment habe ich etwas Fundamentales über Effizienz gelernt: Die eleganteste Optimierung ist wertlos, wenn die Tätigkeit an sich sinnlos ist. Und das Schlimmste daran ist nicht die verschwendete Zeit, sondern das verschwendete Herzblut.
Die stille Frustration der „Blindleistung“
Wir alle kennen sie: diese Aufgaben, bei denen wir ein leises, nagendes Gefühl im Bauch haben. Der Report, von dem niemand weiß, was mit ihm passiert. Das Jour fixe, in dem seit Monaten die gleichen Punkte ohne Ergebnis besprochen werden. Die aufwendige Präsentation für einen Entscheider, der nie Zeit hat.
Das ist „Blindleistung“. Sie erzeugt keine Wärme, keine Bewegung, keine Wirkung. Sie erzeugt nur eines: stille Frustration. Sie demotiviert die besten Mitarbeiter, weil sie ihre Energie in ein schwarzes Loch geben. Der Wunsch, Prozesse zu verbessern, ist menschlich. Aber er übersieht oft die viel mächtigere, befreiendere Alternative: einfach damit aufzuhören.
Die Magie der Frage: „Was, wenn wir das einfach nicht mehr tun?“
Diese Frage ist ein Akt der Rebellion gegen das „Das haben wir schon immer so gemacht“. Sie ist der Startpunkt des Wertschöpfungs-Prinzips. Anstatt zu fragen, wie wir die Schaufel schneller bewegen, fragen wir, ob wir überhaupt an der richtigen Stelle graben.
Jeder Prozess, den Sie beenden, gibt Ihnen nicht nur Zeit zurück. Er gibt Ihnen und Ihrem Team mentale Energie und das Gefühl von Selbstwirksamkeit. Er schafft Raum. Raum für Kreativität, für Kundengespräche, für ein gemeinsames Mittagessen. Raum für das, was ein Unternehmen wirklich voranbringt: die Interaktion zwischen Menschen.
Der erste Schritt zur Befreiung ist oft der kleinste
Sie müssen nicht morgen die ganze Firma umkrempeln. Fangen Sie klein an. Suchen Sie sich eine einzige, kleine, wiederkehrende Aufgabe, bei der Sie dieses leise, nagende Gefühl haben. Und dann stellen Sie die Frage: „Was passiert, wenn wir das die nächste Woche versuchsweise einfach mal nicht tun?“
Beobachten Sie, was passiert. Ob es jemandem auffällt. Ob eine wichtige Entscheidung nicht getroffen werden kann. In 9 von 10 Fällen lautet die Antwort: Es passiert gar nichts. Außer, dass Sie plötzlich einen freieren Nachmittag haben.
Fazit: Mehr Sinn, mehr Freude, mehr Wert
Am Ende geht es darum, Arbeit wieder Sinn zu geben. Es geht darum, sicherzustellen, dass die wertvolle Lebenszeit, die wir alle in unsere Arbeit investieren, eine echte, positive Wirkung hat. Das ist die Essenz des Wertschöpfungs-Prinzips.
Wenn dieser Gedanke bei Ihnen Anklang findet und Sie Lust auf mehr solcher befreienden Fragen haben, dann ist mein kostenloser „Wertschöpfungs-Check“ der perfekte nächste Schritt für Sie.
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